Neuer Auftrag über den Bau von zwei Gefrierschächten in Weißrussland

17. Juli 2017

Die Deilmann-Haniel GmbH unterzeichnete am 7. Juli 2017 einen Vertrag mit der weißrussischen Slavkaliy GmbH über das Abteufen zweier Gefrierschächte mit einem Volumen von mehr als 200 Mio. €.

Der Auftrag wird über die weißrussische Tochtergesellschaft Deilmann-Haniel Belshachtostroij  abgewickelt. Das Auftragsvolumen beträgt mehr als. 200  Mio. Euro und die Bauzeit beträgt auf knapp 5 Jahre. Im gleichen Zuge wurde ein Vetrag zwischen der Deilmann-Haniel GmbH und der Herrenknecht AG über den Kauf von zwei SBR (Shaft Boring Roadheader) Schachtbohrmaschinen unterzeichnet.

Die Region um die Städte Salihorsk und Lyuban, ca. 180 Kilometer südlich von Minsk gelegen, weist eine langjährige Tradition im Bergbau auf.  Das von der Slavkaliy GmbH neu geplante Bergwerk befindet sich auf dem in dieser Region liegenden Nezhinskiy Abschnitt der Kalisalz-Lagerstätte Starobinskoye. In dieser Lagerstätte gewinnt Belaruskali  bereits seit 1949 mit mehreren Bergwerken  Kali. Weltweit gehört die Starobinskoye Lagerstätte zu den größten Kalisalzlagerstätten.

Das neue Bergwerk Nezhinskiy soll eine jährliche Förderleistung von ca. 1,1 bis 1,2 Mio. Tonnen Kaliumchlorid erreichen. Dafür sind zwei Schächte mit einer Teufe von jeweils ca. 750 Metern und einem Durchmesser von 8 m geplant. Einer der beiden Schächte wird der Förderschacht des neuen Bergwerks und mit einer Doppel-Skip Förderanlage ausgestattet. Der andere Schacht soll als Großkorbschacht genutzt werden. Des Weiteren werden von Deilmann-Haniel im Rahmen des Vertrages untertägige Auffahrungen  durchgeführt. Am späteren Förderschacht werden zum einen Beladestellen für die Skipanlage gebaut sowie ein Bunker zum Beschicken der Beladestellen abgeteuft. Zusätzlich werden insgesamt ca. 10 Kilometer Strecken aufgefahren.

Da über der Salzlagerstätte wasserführende Gesteinsschichten liegen, wird das Gebirge bis zu einer Tiefe von 160 Metern gefroren. Dafür wird eine Kälteanlage mit einer Leistung von über 3.000 KW erstellt, die den Kälteträger (CaCl2-Lauge)  auf -40°C abkühlt. Diese Sole kühlt und gefriert da umliegende Gebirge, so dass ein geschlossener ringförmiger Forstkörper entsteht, der das Gebirge um den späteren Ausbruch abdichtet und stabilisiert. Im Schutz dieses Frostkörpers werden die Schächte geteuft. Für die geplanten Teufarbeiten werden die endgültigen Fördergerüste genutzt. Um die Bauarbeiten zu beschleunigen wurde beschlossen, beide Schächte zeitlich parallel zu teufen. Geteuft werden beide Schächte mit Schachtbohrmaschinen SBR (Shaft Boring Roadheader) von der Firma Herrenknecht.  Der Shaft Boring Roadheader wurde speziell für das maschinelle Teufen in weichem bis mittelharten Gestein entwickelt. Jede Schachtbohrmaschine wiegt ca. 400 Tonnen und ist über 45 Meterlang. Die SBR werden über jeweils vier Winden mit 50t Zugkraft im Schacht verfahren. Jede Schachtbohrmaschine ist am unteren Ende mit einem beweglichen Schneidarm und einer rotierenden Schneidwalze ausgestattet. Die Schneidwalze arbeitet mit einer Leistung von 600 KW und kann variable Schachdurchmesser von bis zu zwölf Metern ausfräsen. Der beim Fräsen entstandene Ausbruch wird mittels eines Saugsystem abgefördert. Diese pneumatische Saugeinrichtung hat eine Leistung von ca. 1100 KW. Die geplante mittlere Vortriebsleistung liegt im Mittel bei 3 m pro Tag einschließlich Einbau des Betonausbaus. Die wasserführenden Schichten werden zusätzlich mit einem gusseiserrnen Tübbingausbau versehen.

Die Gefrierarbeiten werden im November diesen Jahres beginnen. Die eigentlichen Teufarbeiten mit den SBR Schachtbohrmaschinen werden dann im November 2018 aufgenommen. Die Baustelle wird mit einem gemischten Team aus deutschen, weißrussischen und russischen Mitarbeitern belegt.

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